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iPhone 8: London in Slow Motion // Die Geschichte, wie ich zwei Mal meinen Flug verpasst habe

Das hier sollte eigentlich ein Beitrag in Richtung „wie ihr für 100€ 12 schöne Stunden in London verbringen könnt“ werden. Am Ende ist es jetzt aber die Geschichte, wie ich zwei mal hintereinander in London meinen Flug verpasst habe und der Trip statt 100€ fast 2000€ gekostet hat 🙈.

Außerdem war dieser Trip dazu gedacht, Fotos und Videos mit dem (damals) neuen iPhone 8 zu machen. Also einer meiner üblichen „ich war weg, ich hatte ein Smartphone dabei, das habe ich erlebt und das kann das Smartphone“-Posts. Ein Video habe ich natürlich auch wirklich gemacht. London in Slow Motion. Aufgenommen in 4k/60fps, ausgegeben in 1080p, wegen der schicken Ken-Burns-Effekte (zoom). Da ich da nun 2,5 statt einem Tag war, ist das Video länger geworden, als geplant. Aber ich verspreche euch, dass sich die 8 Minuten lohnen!

Übrigens sind auch alle Fotos hier im Beitrag mit dem iPhone 8 aufgenommen. Alle Fotos vom Trip findet ihr in voller Auflösung auf Flickr.

Zwei mal den Flug verpasst!? 😱

Ich habe für die Herzdame und mich Flüge nach London gebucht. Morgens hin, abends zurück. Ein bisschen die Stadt genießen. Das dürfte zwar schon mein 12 oder 13. Besuch – der Zweite in diesem Jahr – in London gewesen sein, ein paar leckere Sachen futtern und dann Abends wieder zurückfliegen. Das Jetsetter-Leben, Baby. Nunja, Flüge mit Ryanair und Essen in der Systemgastronomie. But you get the point.

Processed with VSCO with 10 preset

Der erste verpasste Flug: selbst Schuld

Wir hatten einen großartigen Tag in London. Wir waren bei Pret A Manger, Nandos, im Sky Garden, Brick Lane und haben ganz viele andere tolle Dinge gemacht. Zu all diesen Dingen wird es hier demnächst mal einen extra Beitrag geben, ich wollte diesen hier nicht zu lang machen.

Zum krönenden Abschluss wollten wir ein bestimmtes Foto machen. Bine hatte unseren Trip in der Google Trips App zusammengestellt und dort wurde ihr angezeigt, dass das Museum of London eine atemberaubend schöne Treppe hat. Da Bine regelmäßig beim #Treppenhausfreitag mitmacht, war das natürlich ein Muss. Ja, wir machen sowas öfter, wir haben in Rom auch extra Eintritt für die Vatikanische Museen bezahlt, nur um eine Treppe fotografieren zu können 🙈.

Im Museum angekommen, haben wir eine Runde durch eben jenes gedreht, uns ein bisschen die Geschichte Londons angesehen und dann festgestellt: die Treppe ist hier nirgendwo.

Eine kurze Google-Suche später stellte sich raus: die Treppe die wir suchten, ist eigentlich im British Museum. Stupid Google Trips App!  Also sind wir in ein Uber gesprungen, zu dem anderen Museum gefahren, und haben da unser Treppen-Foto gemacht. Bine hat mir übrigens gerade gestanden, dass sie das verdammte Foto nie auf Instagram gepostet hat 😂 – Das Foto wurde mittlerweile von Bine gepostet 🙂

Nicht mit dem iPhone 8, sondern mit dem LG G6 aufgenommen. Weitwinkel und so.

Danach sind wir noch ein wenig durch das Museum gestreuselt und haben uns vorgenommen, das noch mal in aller Ruhe zu besuchen und da mehrere Stunden zu verbringen.

Der finale Halt war dann noch ein letzter Koffein-Boost  gleich nebenan im Third-Wave-Kafeeladen: Monmouth Coffee in Covent Garden. Wenn ihr mal in London seid und ein ganz klein bisschen was für Kaffee übrig habt: geht da mal hin!

Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte: Zeit aufzubrechen. Wir sind also wieder in ein Uber gehüpft und zum Bahnhof Liverpool Street gefahren. Wir stehen schon auf der Plattform, auf dem der Zug zum Flughafen abfährt. Ich schaue noch mal auf die Uhr:

„Du Bine? Wir kommen mit diesem Zug erst 5 Minuten NACH Boarding-Ende am Flughafen an… wir haben wohl unseren Flug verpasst“.

Ich habe mich einen kurzen Moment über mich selbst und die Zeitanzeige „Abflug“ auf dem e-ticket geärgert, habe dann beschlossen, dass sowas einfach mal passiert und bin mit Bine zu Five Guys gefahren.

Auf dem Weg dahin habe ich einen neuen Rückflug mit Ryanair um die gleiche Uhrzeit für den nächsten Abend und ein Hotel gebucht. Nicht billig, gar nicht billig. Aber wie gesagt, passiert. Also habe ich beschlossen das Beste daraus zu machen und aus dem günstigen Tagestrip einen nicht ganz so günstigen 2-Tages-Trip werden zu lassen. Ein wenig schlenderten wir noch genüßlich durch das nächtliche London und dann ging es ins Hotel. Duschen, Klamotten auslüften usw.

Der zweite verpasste Flug: WTF London

Bines Liste hatte noch ein paar nette Dinge, die wir am 2. Tag in London machen konnten. Zum ersten Mal besuchte ich nun den Covent Garden Market, danach ging es gemütlich an der Themse entlang zum Elizabeth Tower, von wo aus wir den typischen Nieselregen nutzten, um eine kleine Tour durch London mit dem Bus zu machen. Danach ging es noch zum Leadenhall Market und dann schließlich in Richtung Bahnhof Liverpool Street.

Aus dem Fehler vom Vortag hatten wir natürlich etwas gelernt. Wir waren also VIER STUNDEN bevor das Boarding hätte beginnen sollen am Bahnhof, nur um dann das hier vorzufinden:

Uhm. Ok. Also zum Ticket-Office gelaufen, innerhalb von 10 Minuten das Geld für das Ticket zurückbekommen. Google gecheckt. Alternative Route zum Flughafen? Busse! Blöderweise waren wir natürlich nicht die einzigen, die auf die Idee kamen, den Bus nehmen zu wollen. Draußen war eine riesige Traube Menschen. Leider waren die Ticketverkäufer mit der Situation völlig überfordert und haben Tickets erst beim Einstieg in den Bus verkauft. Bei Ankunft des ersten Busses sind also alle wie wild dahingestürmt und ein einziges Chaos brach aus.

Also mal kurz zu einem Taxi-Fahrer, der ein paar Meter weiter stand, gegangen und nach einem Preis gefragt. Er murmelte irgendwas von 150 Pfund. Hätte ich gewusst, was da noch alles kommt, hätte ich wohl ohne mit der Wimper zu zucken 150 Pfund bezahlt. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Also noch mal rein in den Bahnhof, da muss es doch eine andere Möglichkeit geben. Tatsächlich stand dann da auch so ein Hoschi von der Bahngesellschaft rum und hat uns einen Zettel in die Hand gedrückt:

Gesagt getan. Wir sind also zuerst mit der Tube nach King’s Cross gefahren, dort sind wir dann in den Zug nach Camebridge eingestiegen. Der Zugang zum Zug hatte alle Durchgänge geöffnet, was wohl aber – laut Ansagen im Zug – gar nicht hätte sein sollen. Merkt euch das, dazu kommen wir gleich noch mal.

Jedenfalls kamen wir in Cambridge an. Der Zug hatte zwar 10 Minuten Verspätung, aber wir hatten immer noch genügend Puffer, um trotzdem noch den nächsten Zug  zu erwischen, der uns noch rechtzeitig zum Flughafen hätte…

GOD DAMN!

Also raus aus dem Bahnhof. Taxi-Stand…

OH COME ON!? Uber? Nix verfügbar.

Gestrandet. Flug verpasst. Again.

Also erst mal kurz im Caffè Nero am Bahnhof niedergelassen. Optionen und Möglichkeiten gecheckt. Ende vom Lied: schon wieder einen neuen Flug gebucht. Schon wieder ein Hotel gebucht.

An diesem Punkt war ich tatsächlich ein wenig fertig mit der Welt. Einmal Flug verpassen ist ok. Kann passieren. Aber ein zweites Mal? Und dann auch noch so? Fuck.

Scheinbar waren diesmal einige andere Leute schneller als ich. Sowohl den Ryanair-Flug (der, den ich 2x verpasst habe) war ausgebucht, als auch ein Flug Mittags mit Easyjet.

Blieb mir also nur ein Flug mit British Airways am nächsten Morgen vom Flughafen London City aus. Das Hotel, dass ich für diese Nacht gebucht habe, habe ich so ausgesucht, dass wir zur Not vom Hotel zum Flughafen hätten laufen können. Diesmal wollte ich nichts dem Zufall überlassen.

Ihr erinnert euch oben an die Zug-Ticket-Geschichte? Wir mussten ja nun irgendwie wieder zurück nach London. Wir mussten also ein Ticket von Cambridge nach London kaufen. Für uns beide machte das einfach mal 47,20 Pfund. GNAH. Da habe ich mich dann auch nicht mehr wirklich schlecht gefühlt, auf dem Hinweg versehentlich ohne gültiges Ticket unterwegs gewesen zu sein.

Und die Moral von der Geschichte?

  1. Den Flughafen Stansted meiden. Da fährt keine Tube hin, nur ein Express-Zug, der übrigens alles andere als günstig ist und ein Bus-Service, der einem in der Rush-Hour auch nicht weiterhilft
  2. In London IMMER rechtzeitig auf den Weg zum Flughafen machen. Speziell zur Rush Hour sind aus der Innenstadt heraus nur Züge eine Option. Funktionieren diese nicht, oder verpasst man den Zug, ist man verloren
  3. Dinge, die sich auf kurze Sicht teuer anhören (£ 150), sind im Notfall vielleicht doch die bessere Option

Tja. So war das also. Damit habe ich jetzt 4x in meinem Leben Flüge verpasst. Die Geschichte der anderen beiden verpassten Flüge findet ihr natürlich auch hier im Blog:

4 Kommentare

  1. Ärgerlich, aber eine schöne Story!
    Das Geld für so einen Flug ist dann sicher er, oder?
    Schöne Bilder, muss ich auch mal wieder hin.
    Was bedeutet die Bildunterschrift „Processed with VSCO with 10 preset“?

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