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Reisebericht: Drei Tage Rom im Februar

Im Februar hatten Bine und ich unseren 15. Jahrestag. Außerdem hatten wir beide vom Berliner „Wetter“ die Schnauze gestrichen voll. Also haben wir uns kurzfristig dazu entschieden, eine kleine Reise zu machen. Nach kurzer Konsolidierungsphase war klar: Wir fliegen nach Rom.

Nach den guten Erfahrungen mit ebookers (nicht gesponsert, ich finde die Seite nur ziemlich praktisch und gut) bei unserem Tokio- und London-Trip haben wir auch diesmal dort nach einer Kombi-Reise – also Flug und Hotel – gesucht und letztendlich auch gebucht. Rund 650€ hat das Ganze für zwei Personen zwei Tage vor Abflug gekostet. Dank Shoop gab es auch noch Cashback.

Tag 1

Früh ging es nach Tegel um mit AllItalia nach Rom zu fliegen. Wie sich herausstellte, handelte es sich jedoch um einen übel runtergerockten AirBerlin-Flieger (Codeshare). Am Zielflughafen angekommen sind wir mit dem Leonardo Express in die Innenstadt zur Termini Station gefahren und dann zu unserem Hotel gelaufen. Das Rome Times Hotel, in dem wir drei Nächte verbracht haben, hat uns außerordentlich gut gefallen. Alles war noch sehr neu, das Zimmer für diese Preisklasse ungewöhnlich groß und gut ausgestattet. Das Personal war Spitzenklasse, das Frühstück völlig in Ordnung und das gratis WiFi flott. Die Lage war ideal um viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen. Natürlich bot das Hotel auch eine ausgezeichnete Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Nach dem Checkin ging es dann auch schon los, die Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden. Hardcore-Touri-Modus oder wie Bine es nennt: Erst einmal durch die Stadt schlendern!

Der erste Halt war an der spanischen Treppe. Irgendwie wenig beeindruckend. Eine Treppe halt.

Kommentar von Bine dazu: ein lebendiger Platz, an welchem man zu jeder Tages- und Nachtzeit ein faszinierend dynamisches Treiben beobachten kann, da die Spanische Treppe genau wie der Platz vor dem Pantheon zu einem der angenehmsten und beliebtesten Treffpunkte  in Rom gehört.

Weiter ging es in das nur wenige Meter entfernte Antico Caffè GrecoVoll viel schöne Kunst und so, aber die Preise sind die totale Abzocke. Ein gar nicht mal so guter Cappuccino hat schlanke 9€ gekostet. Kann man machen, kann man aber auch sein lassen.

Kommentar von Bine dazu: Da muss ich Gilly Recht geben. Die Preise sind gepfeffert. Aber trotzdem ist das Caffè Greco ein absolutes Muss, wenn man Rom zum ersten Mal besucht. Das Ambiente mit Plüsch, Marmor und Brokattapeten ist einfach faszinierend. Das Lokal wurde im 18. Jahrhundert eröffnet und schon Johann Wolfgang von Goethe trank hier auf seiner Italienreise einen Kaffee. 

Von dort aus sind wir am Tiber entlang gelaufen. Am Justizpalast vorbei, an der Engelsburg vorbei, einen kurzen Blick auf den Vatikan aus der Ferne geworfen und schließlich in den Stadtteil Trastevere – das römische Viertel, in dem man fast an jeder Ecke etwas gutes zu Essen finden kann.

Nächster Stopp: Antico Forno Roscioli. Bei diesem traditionellen Bäcker und Pizzabäcker haben wir unfassbar leckere, römische Pizza gegessen. Bezahlt wird in Rom meist nach Gewicht und das war hier speziell bei der Tomate-Büffelmozzarella-Pizza ganz ordentlich . Zwei große Stücke Pizza und zwei Getränke haben acht Euro gekostet. Für die Qualität der Pizza geht das völlig in Ordnung. Klare Empfehlung!

Danach sind wir durch das geschichtsträchtige Ghetto Ebraico gelaufen und haben uns dort ein wenig umgesehen.

Mittlerweile war die Sonne untergegangen und wir haben langsam den Weg zurück Richtung Hotel eingeschlagen. Auf dem Rückweg gab es aber natürlich noch ein paar Stationen.

Erster Halt: Gatti di Roma. Eigentlich sind das ein paar typisch römische Ruinen. In diesen Ruinen leben allerdings haufenweise Katzen. Eine kleine Dokumentation, über diese Katzen findet ihr hier.

Weiter ging es zum Pantheon. Extrem beeindruckendes Bauwerk. Leider habe ich davon keine wirklich guten Fotos, weil ich da am nächsten Tag noch mal hinwollte es aber vergessen habe 🙈

Danach hat mich Bine zum Trevi-Brunnen gelotst. Ziemlich beeindruckend das Ding und zum Glück bei Nacht auch nicht so furchtbar überlaufen. Ich kann mir aber gut vorstellen, wie sich im Sommer die Menschenmassen hier tummeln.

Zeit fürs Abendessen. Rund um den Trevi-Brunnen gab es nur diese ganz furchtbaren Touristen-Fallen mit „Menu Turistico“ und Typen davor, die einen versuchen ins Restaurant zu locken. Finde ich persönlich ultra ätzend. Wir haben uns also ein bisschen auf Tripadvisor umgeschaut und ein ganz nettes Restaurant hinter unserem Hotel gefunden: Ristorante Al Boschetto. Faire Preise und leckeres Essen. Genau das Richtige nach einem langen Tag.

Erschöpft und gesättigt beendeten wir den 1. Tag in Rom.

Tag 2

Da in unserem Reiseangebot das Frühstücksbuffet direkt enthalten war, nahmen wir dieses ausführlich in Anspruch. Nach dem Frühstück ging es auf die zweite Erkundungstour. Erster Halt des Tages: das Trajansforum.

Dreht man sich dort um, hat man einen tollen Blick auf das Monumento a Vittorio Emanuele II.

Danach ging es weiter zum Forum Romanum. Eigentlich wollten wir da auch rein, aber an dem Ende, wo wir uns befanden, gab es keine Möglichkeit, die Kombi- Eintrittskarten offline zu kaufen. Macht aber eigentlich auch nichts, denn es gibt rundherum mehrere Aussichtspunkte, von denen aus man alles im Forum Roman gut sehen kann. Einer ist zum Beispiel direkt vor dem Kapitolsplatz, der auch sehr sehenswert ist.

Anschließend haben wir uns in das Café SANTEO gesetzt, das direkt gegenüber der Basilica di Santa Anastasia al Palatino ist. Wenn ihr da auch mal langdackelt, gönnt euch dort einen Cappuccino oder Espresso zusammen mit ein paar Cannoli.

Über den Circus Maximus ging es zum nächsten Ziel: das Colosseum. Wir haben ca. 5 Minuten für Tickets angestanden und noch mal 3 Minuten an der Sicherheitskontrolle und waren drin. Reisen in der Nebensaison sind die besten Reisen 😜

Das Colosseum ist ein ziemlich beeindruckender Ort. Länger als 30 Minuten würde ich dafür aber allerdings nicht anstehen, denn so richtig viel gibt es da nicht zu sehen, wenn man nicht vollorganisiert seinen Trip plant und vorab etwa eine Führung durch die unteren Etagen mitbucht.

Danach wollte Bine mit mir zu einem ganz besonderen Ort, aber nicht verraten, welchen. Nach ein wenig Busfahren und ein paar Metern zu Fuß stand ich plötzlich vor dieser Pyramide.

Hierbei handelt es sich um die Cestius-Pyramide. Etwa um 18 v. Chr. als Grabmal im ägyptischen Stil erbaut, ist sie inzwischen die einzige noch existierende, antike Pyramide in Europa.

Ganz nett, aber etwas enttäuschend. Das soll jetzt der besondere Ort gewesen sein? War es zum Glück nicht. Knapp einen Kilometer zu Fuß entfernt, auf dem Aventin war das eigentliche Ziel nämlich eine grüne Tür neben der Kirche Santa Maria del Priorato des Malteserordens. Dort mussten wir eine Weile Schlange stehen, um durch deren „heiliges Schlüsselloch“ zu schauen.

Um hier die Überraschung des Blicks nicht kaputt zu machen, müsst ihr auf den Link klicken, wenn ihr wissen wollt, was man da sehen kann. Wer plant nach Rom zu fahren: nicht draufklicken und einfach selber durchschauen 😉

Wirf einen Blick durch das Schlüsselloch

Direkt neben dem Maltesersitz fand sich dann noch ein kleiner Park. Geht man in diesem bis zur Mauer am Ende, hat man einen großartigen Panorama-Blick über Rom:

Wir hatten mittlerweile Hunger, also war es wieder Zeit für Pizza (ja, ich liebe Pizza wirklich sehr). Also sind wir zu La Boccaccia gelaufen. Kleiner Laden, gefüllt mit Einheimischen und unglaublich leckerer, römischer Pizza.

Danach sind wir zu Fuß zurück ins Hotel, haben einige Orte wie das Gatti di Roma wiederentdeckt und uns einfach durch die Stadt treiben lassen.

Tag 3:

Nach dem Frühstück sind wir noch einmal zum Trevi Brunnen gedackelt, weil ich mir den noch mal bei Tag anschauen wollte. Ist schon wirklich sehr beeindruckend, aber tagsüber eben auch deutlich voller.

Danach hatte ich dann erst mal genug von Touri-Kram. Wir sind daher ins Quartiere Coppedé gefahren. Etwas außerhalb gelegen zwischen reinen Wohnvierteln, findet sich dieses architektonische Zauberland.

Weiter ging es mit dem Bus durch den Park Bhorgese zur Piazza del Popolo. Da wollte ich mich eigentlich hinsetzen und einen Cappuccino trinken, bevor es auf die Aussichtsplattform im Park gehen sollte. Aber das war dann wieder die Touristen-Nummer mit 9€ pro Tasse…

Also sind wir durch die Shopping-Straße hinter dem Platz (Via del Corso) geschlendert und haben uns dann für ein kleines Café/Restaurant (La bottega di cesare) entschieden, das für uns so aussah, als würden da auch Einheimische hingehen. Aus dem Cappuccino wurden dann Spaghetti Carbonara, e una Coca Cola. Einfach nur deswegen:

Gut gestärkt ging es dann zum Petersplatz. Leider kamen wir nicht in den Petersdom, weil dieser wegen einer privaten Veranstaltung geschlossen war. Also haben wir uns nach ein paar Fotos dazu entschieden, zumindest die Vatikanischen Museen anzusehen.

Bine wollte ein bisschen Kultur sehen und ich eigentlich nur ein Foto von einer Treppe machen. Dazu später mehr.

Die Vatikanischen Museen haben halt eine riesengroße Sammlung an christlichem Krempel. Fand ich jetzt nur so semi spannend. Auf jeden Fall kann man locker Stunden in den Vatikanischen Museen verbringen, finden sich dort Werke so ziemlich aller namhaften Künstler von der Antike bis heute.

Die Vatikanischen Museen sind quasi ein Kunstwerk an sich mit liebevollen Marmorintarsien auf den Böden und goldumrandeten riesigen Deckengemälden. Zudem darf man außer in der Sixtinischen Kapelle überall Fotografieren.

Beim Herumstreuseln sind wir dann auf eine kleine Sonder-Ausstellung mit Werken von Rembrandt gestoßen. Ich war kurz ein bisschen aufgeregt, bis ich dann vor den „Werken“ stand:

https://twitter.com/GillyBerlin/status/827172033645649920

Das Zeug ist schon sehr beeindruckend, aber man muss es sich halt wirklich so anschauen:

Von den Vatikanischen Museen aus hat man direkten Zugang zur Sixtinischen Kapelle. Da wollte ich mir natürlich das Bild mit den zwei Dudes ansehen, die sich am Finger berühren (Die Erschaffung Adams von Michelangelo). Stellt sich raus, dass die Kapelle selbst ein viereckiger mit Menschen überfluteter Raum ist, der so hoch ist, dass man die ganzen schönen Fresken überhaupt nicht erkennen kann. Ich also wieder:

Fotos durfte man natürlich auch nicht machen. Mein Tipp an dieser Stelle: geht da nicht rein. Zieht euch lieber die 360-Grad Version rein. Da könnt ihr in Ruhe jedes Werk in guter Qualität erkunden und sogar ranzoomen.

Ok kommen wir nun zu DER Treppe! Wer mir auf Instagram folgt, oder generell etwas aktiver auf Instagram ist, hat bestimmt schon mal den #Treppenhausfreitag bzw. #Staircasefriday gesehen. Ich mache da nur ab und zu mal mit, weil ich nicht so häufig wirklich coole Treppen finde. Die Doppelläufige Spiral-Treppe am Ausgang wollte ich mir aber keinesfalls entgehen lassen. When in Rome und so…

The modern double helix "Bramante" staircase designed by Giuseppe Momo

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Das mag jetzt für viele von euch komisch klingen, aber für den Anblick dieser Treppe haben sich die 16€ Eintritt pro Person wirklich gelohnt!

Erschöpft von so viel Touri-Scheiß (aka Sightseeing und Kultur) war es Zeit fürs Abendessen. Diesmal sollte es in die Trattoria Der Pallaro gehen. Das hatte Bine rausgesucht und meinte, dass mir das ganz bestimmt gefallen würde. Das Konzept dieser Location ist schnell erklärt: Es gibt keine Karte. Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Alles super rustikal und das Essen ist simple Hausmannskost.

Kostenpunkt 25 Euro pro Person für 4 Gänge inklusive Wein. Das Essen war super lecker. Nicht zu wissen, was einen als nächstes erwartet hat auch mal was ganz spannendes. Wenn ihr in Rom seid, solltet ihr da wirklich mal hingehen. Optimalerweise vorher reservieren und wer noch Lust auf etwas Kultur hat, den Kellner nach dem Keller fragen, in welchem man Teile der antiken Grundmauern bestaunen kann.

Danach ging es ab ins Hotel und ab ins Bett. Am nächsten Tag sind wir zurück nach Berlin geflogen.

Fazit?

Beim nochmaligen Durchlesen des Textes schwingt hier so ein negativer Unterton mit. Tatsächlich hatte ich eigentlich relativ viel Spaß in Rom. Der Besuch hat sich definitiv gelohnt, aber ich glaube, ein Mal Rom im Leben reicht dann auch.

Location-Übersicht:

Rom-Tip für Berliner

Leider haben wir davon zu spät erfahren und konnten diesen Reisevorteil nicht nutzen: Berliner BVG-Abonnenten haben mit Rom eine Partnerstadt. Zeigt man am Hauptbahnhof von Rom eine Kopie seiner Monatsmarke, erhält man einen Beleg, mit dem man auch in Rom alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen kann.

Zum Schluss noch Sorry für die Bildqualität der Fotos oben. Ich habe alle Bilder durch Guetzli gejagt. Auf den ersten Blick sahen die ok aus, aber nach dem Upload hier zu WordPress ist mir aufgefallen, dass die Fotos doch etwas zermatscht sind. Sorry 😓

8 Kommentare

  1. Instant-Fernweh, wenn ich die Bilder sehe. Ich liebe Rom und war schon viel zu lange nicht mehr dort, das muss bald geändert werden 🙂

  2. Pingback: Fernweh: A Gift from Rome (Timelapse & Hyperlapse)

  3. Pingback: Gilly Vanilly (@GillyBerlin)

  4. Pingback: Olli (@Olli0103)

  5. Mir gefallen die Bine-comments im Artikel, musste lachen 🙂

    ps: Schlüsselloch-Blick echt stark!

  6. Woah der Schlüsseloch Blick ist ja wirklich gut, kannte ich noch gar nicht.

  7. Pingback: Gillys Blog Posts (@GillyBlog)

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