Als die Ankündigung von Niantic kam, dass es in Europa an drei Terminen eine Poké-Safari im Spiel Pokémon Go an verschiedenen Orten geben sollte, stand fest: Zu einem müssen wir hin!

Am 5. August standen Kopenhagen und Prag auf dem Plan, am 12. August Stockholm und Amsterdam und dann am 16. September Oberhausen, Paris und Barcelona. In Kopenhagen waren wir ja neulich erst und ein Blick in Google Maps ergab schnell, dass Prag mit dem Auto am schnellsten von Berlin aus zu erreichen wäre und als eines der ersten Events auch nicht eine allzu lange Wartezeit für den Fang des australischen Spezial-Pokémons Kangama darstellen würde. Außerdem: Prag <3

Schnell waren zwei Freunde gefunden, die bereit waren, den Trip mit uns zu machen. Auch ein Hotel vor Ort war rasch zu einem erschwinglichen Preis gefunden und so freuten wir uns auf ein Wochenende voll Sightseeing, gutem Essen und natürlich Pokémon Go.

Samstag früh um 5:30 ging es mit einem Frühstückspaket Richtung Prag. Ohne Stau kamen wir pünktlich um 10:00 im Hotel an und konnten uns Richtung Innenstadt aufmachen. Schließlich war das Event im Prager Einkaufszentrum ja zwei Tage vor Abfahrt abgesagt und stattdessen durch eine Woche Poké-Safari für viele europäische Städte ersetzt worden.

Das erste Kangama fingen wir bereits vor unserem Hotel, dem Holiday Inn Kongress Zentrum.

Kurzerhand parkten wir Guiseppe im Hotel-Parkhaus und gaben unser Gepäck in die Aufbewahrung. Für den Check-In war es ja noch zu früh. Voller Tatendrang ging es auf die Prag-Erkundung. Die erste Etappe führte uns über den mittelalterlichen Burgwall Vyšehrad (Prager Hochburg), an der Moldau entlang durch die Nové Mesto (Neustadt) zum Tanzenden Haus von Architekt Frank O. Gehry.

Kurz darauf fand sich auch schon das erste Icognito „P“.

Für einen gemeinsamen Despotar-Raid fanden sich mehr als genug Spieler am Národni divadlo (Nationaltheater).

Bine hat die Gewohnheit, ein im Ausland gefangenen Pokemon nach einem Sohn oder einer Tochter der Stadt zu benennen. In Prag fiel ihre Wahl auf Karel Gott. Der ist zwar in Pilsen geboren, aber in Prag hing überall Werbung für seine Ausstellung „GOTT“ (gar nicht weird) und so bekam der Despotar dann eben den Namen Karell Gott (das zweite l wurde später entfernt).

Generell waren in Prag wirklich viele Spielergruppen unterwegs. Das sieht man auch gut an all den Pokéstops, die von Spielern mit Lockmodulen versehen wurden:

In der Altstadt haben wir in einem kleinen Pub eine kurze Pause eingelegt und uns mit Citronade und Tankbier erfrischt.

In der Altstadt Prags fand sich dann auch schon das zweite Icognito „E“. Weiter ging es zur Astronomischen Uhr, deren Besuch bei einem Pragbesuch nicht fehlen sollte. Diese wird aber anlässlich der 100-Jahr-Feier Tschechiens nächstes Jahr gerade in Stand gesetzt, weshalb wir glücklich sein konnten, zumindest ohne Zeiger und von Baugerüsten umrahmt noch einen Blick auf sie werfen zu können.

Danach ging es natürlich noch kurz auf den Altstädter Ring:

Da es inzwischen Mittagszeit wurde, ging es anschließend ins Lokál Dlouhááá, wo wir uns mit klassischem Rinderbraten und Goulasch mit Klößen stärken konnten. Definitiv einen Besuch wert, wenn ihr mal in Prag seid.

Hier entschieden wir uns dank der vielen Berichte über die aktivierten Lure Module und haufenweise Kangama im Einkaufszentrum Černý Most (wo ja die Safari-Zone ursprünglich hätte stattfinden sollen) dann doch zu einem Besuch vor Ort.

Insgesamt verbrachten wir gut 4 Stunden im Einkaufszentrum. Wirklich ein toller Ort, der da für das Event ausgesucht wurde. Gleich bei der Rolltreppe, die uns aus der kostenfreien Parkgarage in die Shoppingarea führte, begrüßte uns das erste Kangama und zudem auch noch ein Lavados-Raid.

Im Vergleich zum Berliner Shoppingcenter Gropiuspassagen präsentierte sich das Einkaufscenter Cerny Most als ein sauberer, heller riesengroßer Komplex mit gutem Mobilfunkempfang, vielen im Center verteilten Pokéstops, mehreren Arenen und trotz vieler Besucher (Spieler und normal Einkaufende) verliefen sich diese sehr gut.

Bestimmt 60 Kangama und mehrere der einzelnen Event-Icognito später (E,U,R,O,P) ging es zurück zum Hotel und dann weiter zum Abendprogramm. Mit Bahn und Tram ging es Richtung Veitsberg um den Tag im Café Sladkovsky mit einem fantastischen Abendessen ausklingen zu lassen. Leckere Burger und unfassbar gute Pommes. So gut, dass ich gleich noch eine zweite Portion bestellt habe 😀

Für den Rückweg entschieden wir uns für einen gemütlichen Spaziergang zurück zum Hotel und gerieten so in ein – nennen wir es einfach – Abenteuer. Plötzlich fanden wir uns unter einer riesigen Brücke wieder, unser Hotel stand neben dieser Brücke, aber eben eine „Ebene“ höher.

Google Maps führte uns zu einer shady aussehenden Unterführung und dann auch noch tausende Stufen bis auf Brückenlevel.

Aber Prag gilt ja als eine sehr sichere Stadt und zu viert absolvierten wir tapfer die vorgegebene Strecke. Oben angekommen fielen wir nach all den Strapazen dann aber vollkommen erschöpft ins Bett.

Tag 2 – Frühes Sightseeing

Frisch ausgeruht ging es am nächsten Morgen weiter, schließlich stand noch einiges an Sightseeing auf der Agenda. So besuchten wir noch vor dem Frühstück die Jerusalemsynagoge, das Repräsentationshaus und den Pulverturm.

Schlenderten dann über den Altstädter Ring an Teynkirche und St. Nikolaus vorbei zur Karlsbrücke. Leider war zu solch früher Stunde der Aufstieg auf den Brückenturm noch geschlossen. Stattdessen gingen wir über die Karlsbrücke und schlenderten bis zur Brücke der Legionen auf der Malá Strana (Prager Kleinseite) entlang.

Nachdem wir die Moldau wieder überquert hatten ging es noch zur Kafka-Statue von David Cerny am Einkaufszentrum Quadrio.

Nachdem wir das Sightseeing in der menschenleeren Stadt beendet haben (Sonntag um 7 Uhr ist Prag wirklich schön leer!), sind wir ins Viertel ‚Karlín‘ gefahren, um dort zu frühstücken. Unsere Wahl fiel auf das Můj šálek kávy (zu dt. „Meine Tasse Kaffee“). Schnell fand sich ein Tisch für 4 Personen und so genossen wir unseren Kaffee und ein spätes Frühstück.

Nächster Stop: Letná-Park um dort die Aussicht auf die Stadt zu genießen. Gesagt getan und neben einer wunderbaren Aussicht auf die vielen Brücken Prags fanden wir auch noch einen abschließenden Lavados-Raid und zahlreiche Spielergrüppchen, die den schattigen Park ebenfalls für einen Sonntagsbesuch ausgewählt hatten.

Nun sollte es auf den Rückweg gehen. Nur noch ein kurzer Abstecher ins Einkaufszentrum Cerny Most für Wegverpflegung und Tanken standen vor dem Rückweg nach Berlin auf dem Programm. Doch am Auto angekommen, standen wir vor einem Problem

Ein mehrsprachiger Zettel an der Fahrertür klärte uns auf, dass wir falsch geparkt hatten. Bei all den Parkautomaten und Parkschildern, die uns das kostenfreie Parken am Wochenende erklärten hatten wir die verblichene blaue Markierung (seht ihr sie auf dem Foto? Schaut genau hin!) auf unserer Straßenseite übersehen!

Blaue Linien kennen wir noch aus Mallorca. Diese zeigen an, dass man nur dort parken darf. Aber: Andere Länder andere Sitten. In Prag markiert eben diese Linie einen Anwohnerparkbereich. Also die Prager Polizei angerufen, unser Kennzeichen durchgegeben und das Warten begann. Wir waren auf das Schlimmste vorbereitet, schließlich war ja Sonntag!

Doch die Prager Polizisten waren nicht nur innerhalb von 10 Minuten bei uns, sie waren auch super freundlich. Sie klärten uns über die Parkvorschriften und verschiedenen Parkmarkierungen auf, erklärten uns, dass dieses Vergehen normalerweise rund 2000 Kronen kostet und ließen Guiseppe dann freundlicherweise mit einer kleinen Verwarnungsstrafe (500 tschechische Kronen) als Ersttäter wieder frei.

Danach fuhren wir wie geplant noch ein letztes Mal zum Einkaufszentrum, bummelten ein wenig, fingen ein paar Pokémon und haben uns Snacks für die Rückfahrt gekauft.

Die Rückfahrt verlief, bis auf einen Stau, der aber dank eines wunderschönen Sonnenuntergangs und guter Gesellschaft schnell überstanden war, ohne Probleme. Um 22 Uhr waren wir wieder in Berlin.

Prag, es war mal wieder ganz wundervoll bei dir <3

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One comment

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Ach ja … Prag <3

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