Informatives

In dieser japanischen Stadt wird Recycling groß geschrieben

Als ich in der vierten oder fünften Klasse war, fingen sie in dem Dörfchen, in dem ich damals lebte, mit Recycling an. Neben der normalen schwarzen (Restmüll) Tonne hat jeder Haushalt eine Tonne bekommen, die in der Mitte einen Trenner hatte. In die eine Seite kam Pappe/Papier (blau) und in die andere Seite kamen Leichtverpackungen. Passend dazu haben alle einen Flyer erhalten, was wo reinkommt und in der Schule haben wir mehrere Stunden über Recycling gesprochen. Da meine Mutter das alles doof fand „landet ja doch alles in der gleichen Deponie“, war ich zu Hause für das Recycling zuständig.

Ich mache das natürlich auch heute noch. Wir haben hier in der Küche drei Mülleimer stehen, in denen getrennt wird. Leider checkt ein Großteil meiner Nachbarn die einfachsten Regeln nicht und so stehe ich auch manchmal unten bei den Mülltonnen, fische Styropor aus der Papp-Tone und hole regelmäßig Kartons  aus der Tonne für Leichtverpackungen. Schade, Recycling ist so unglaublich wichtig 🙁

Und dann ist da die kleine, japanische Stadt Kamikatsu, die sich für 2020 Zero Waste auf die Fahne geschrieben hat. Aktuell ist man schon bei einer Recycling-Quote von 80%. Als das Programm gestartet wurde, waren natürlich erst mal alle furchtbar genervt, aber so wie es aussieht, wurde für einige Recycling mittlerweile eine richtige Passion. Hier in Berlin wird in 4 Kategorien getrennt, was die wenigsten hinbekommen. In Kamikatsu? Wird nach 52(!) Kategorien getrennt!

Seht selbst:

The village of Kamikatsu in Japan has taken their commitment to sustainability to a new level. While the rest of the country has a recycling rate of around 20 percent, Kamikatsu surpasses its neighbors with a staggering 80 percent. After becoming aware of the dangers of carbon monoxide associated with burning garbage, the town instated the Zero Waste Declaration with the goal of being completely waste-free by 2020.

https://vimeo.com/248365524

1 Kommentar Neues Kommentar hinzufügen

  1. Wir haben erst kürzlich unseren ganzen Müll umgestellt und trennen deutlich strenger als zuvor. Ich bin halt leider ohne Mülltrennung aufgewachsen und meinem Vater war das einfach vollkommen egal. Daher muss ich mir das heute alles selbst beibringen, was dank dem Internet zum Glück leichter denn je ist.

    Allerdings nerven mich sowohl meine Nachbarn, als auch die ganzen Hersteller. In jedem verdammten Produkt wird irgendwo Plastik verwendet, obwohl es in den meisten Fällen keinen Vorteil (außer vermutlich die Kosten) hat. Es nervt mich so gewaltig, dass ich ständig Verpackungen auseinander rupfen muss, weil unbedingt irgendwo noch eine Schicht Folie drauf sein muss oder irgendwas mit Kunststoff befestigt wird. Es ist oftmals so unfassbar unnötig.

    Das ist auch einer der Gründe, warum ich recht viel zu vegetarischen und veganen Produkten greife, da dies hier häufig deutlich seltener ist. Außer natürlich bei den Herstellern, die einfach nur auf den Zug aufspringen und vorher auch andere Produkte anboten.

    Wenn ich dann aber sehe, das Styropor in der Bio-Tonne liegt, krieg ich echt das kotzen. Wie unglaublich dumm muss man eigentlich sein, um zu denken Styropor wäre in irgendeiner Form Bio? Aber genauso der Papiermüll in Plastiktüten nervt mich, wobei ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich das der Einfachheit halber vor ein paar Jahren auch gemacht habe. Dann habe ich es irgendwann in Kartons gesammelt und nun sind die Papiertüten, die mit jeder REWE-Lieferung kommen einfach die Mülltüten für den Papiermüll.

    Ich kann nicht ändern was andere machen, aber ich kann selbst mein Bestes geben.

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