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Mein erster Eindruck vom HTC U Play und HTC U Ultra (Spoiler: Meh)

Ich hatte gestern die Ehre zum allerersten (und vermutlich letzten) Mal zu einem HTC-Presse-Event gehen zu dürfen. Ich war früher mal riesiger Fan von HTC. So gut wie alle meine ersten Smartphones waren von HTC. Damals wurden die Teile allerdings noch mit Windows Mobile ausgeliefert und trugen Namen wie XDA und MDA. Dann kam Android. Die ersten Geräte von HTC fand ich da nicht so richtig geil, bis man mit dem HTC Desire um die Ecke kam. Meiner Meinung nach das erste Android-Smartphone, das so richtig geil war. Danach? Hat mich lange Zeit nichts von HTC angesprochen.

HTC U Ultra (links) und HTC U Play (recjts)

Nun gibt es also die neuen HTC U Smartphones, die ich mir gestern vorab ansehen durfte: U Ultra als High-End-Gerät und U Play als Mittelklasse-Smartphone. Leider war die Software auf den Geräten noch nicht final und wir durften die Smartphones auch nicht mit eingeschaltetem Bildschirm filmen, weshalb ich mir ein Video gleich ganz gespart habe.

Sowohl das HTC U Play als auch das U Ultra setzen auf eine Glas-Rückseite mit einem Aluminium-Body. Sieht schick aus, fasst sich gut an, ist aber halt nichts neues. Die HTC-Marketing-Menschen waren zwar irgendwie der Meinung, das Rad neu erfunden zu haben und besonders auf die blaue Glas-Rückseite waren sie superstolz und waren der Meinung, dass diese Farbe völlig unterbewertet ist. Aber ich kann die ganze Zeit beim Betrachten der Rückseite nur an eins denken: Samsung Galaxy S7. Da besteht die Rückseite halt auch aus Gorilla Glass 4 und wenn man sich in Berlin mal umschaut, machen die auch hauptsächlich mit dem blauen Gerät Werbung. Gut, HTC nutzt beim U Ultra Gorilla Glass 5 (U Play: Gorilla Glass 3), aber das macht auch keinen großen Unterschied.

Das U Ultra hat außerdem über dem 5,7″ großen Quad-HD Display (2.560×1.440) ein zweites 2″ großes Display. Kommt euch bekannt vor? Ja, mir auch *LG V10 anschau*. Aber ok, immerhin will man es mit dem zweiten Display viel besser als LG machen. Dafür soll eine AI verantwortlich sein, die den Namen Sense Companion trägt. Diese soll Nachrichten und Notifcations filtern und nur den für einen wichtigen Kram anzeigen.

Leider konnten wir uns das gestern noch nicht anschauen und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das so ein Feature ist, dass mich persönlich nur nerven würde. HTC hat da aber wohl großes geplant, mit eigenem App-Store und neuen Anwendungen. Das U Ultra hat sogar vier Mikrofone, damit das Smartphone einen von überall gut hören kann:

Das HTC U Ultra ist mit einer eingebauten Stimmerkennung ausgestattet. Es erkennt Deine Stimme und reagiert, auch wenn es im Schlafmodus ist. So kannst Du einfach Dein Smartphone entsperren, eingehende Anrufe annehmen oder ablehnen, den Alarm ausschalten, Nachrichten versenden und sogar freihändig die Navigation starten. Einfach das entsprechende Wort aussprechen.

Das soll aber kein Ersatz für Googles Sprachassistenten sein…

Die technischen Daten sind ansonsten auch ganz in Ordnung. Qualcomm Snapdragon 821, Kamera mit 12 Megapixeln und Blende f1,8 inklusive OIS, 4GB RAM, 64 GB internem Speicher, microSD-Slot und eben all diese Dinge, die man in einem aktuellen High-End-Smartphone erwarten würde. Vielleicht hätte man besser noch ein paar Tage auf den Snapdragon 835 gewartet, hat man aber nicht. Auf dem U Ultra läuft btw. schon Android 7. Das U Play kommt allerdings nur mit Android 6.

Zur Laufzeit des 3.000 mAh großen Akkus hat man leider nichts gesagt. Aber immerhin soll die AI so clever sein und anhand des Terminkalenders erkennen, ob man sein Smartphone vor dem Termin aufladen sollte, oder ob man so über den Tag kommt. Immerhin wird Quick Charge 3.0 unterstützt.

Es hat übrigens keinen 3,5mm Klinke-Anschluss. Dafür gibt es aber ein paar Kopfhörer mit dazu, die über USB-C verbunden werden und ein paar Mikrofone haben, die den Gehörgang ausmessen und den Klang entsprechend anpassen. Well ok.

Das klingt bis hierhin eigentlich alles ganz ok und mein erster Eindruck war auch ganz ok.

Aber dann kam der Preis. Für das U Ultra werden 749€ aufgerufen. Siebenhundertneunundvierzig Euro. Ne Leute. Ehrlich nicht. Wenn ihr diesen Preis aufrufen wollt, dann fehlen dem Teil ganz einfach Features. Es ist nicht Wasserdicht, es hat nur eine Kamera, die Designsprache ist irgendwie eher so ein Mix aus dem Galaxy S7, dem Honor 8 und dem LG V10 und ach meh. Das reißt diese AI-Geschichte vermutlich für die meisten Käufer auch nicht raus.

Mir fällt einfach kein Grund ein, warum man nicht einfach für 580€ ein S7 Edge kaufen sollte.

Achso da ist ja noch das HTC U Play! Mittelklasse und so. 449€ werden dafür aufgerufen. Dafür bekommt man aber nur einen Mediatek-Prozessor, 2.500 mAh Akku, 3GB RAM, 32 GB internem Speicher und auch nur Android 6. Wie gesagt, ich konnte es nicht ausgiebig testen, aber ich glaube, da greift man auch besser zum Honor 8 oder einem anderen, günstigeren Mittelklasse-Smartphone.

Beide Geräte kommen in vier Farben: Schwarz, blau, weiß und pink.

Mein Fazit bis dahin: Meh 🙁

8 Kommentare

  1. Ich würde mir arg Gedanken machen, wenn die Telefone wirklich nur mit „ROM“ kommen, ich möchte schon gerne Fotos abspeichern und nicht nur im RAM halten 😉

  2. Pingback: @shadesofmett
  3. Würde deine Einschätzung bei den jetzigen Preisen auch so ausfallen? Immerhin liegt der Durchschnittspreis jetzt (November 2017) bei 350 €. Ich denke das Preis/Leistungsverhältnis ist schon Ok.

      1. Ich hab mein Ultra für sogar nur 249 Euro im Sale bekommen. Lieferung am Montag. Das U11 kostet ungleich mehr. Ich habe mir nun unzählige Testberichte durchgelesen und angeschaut. Ich denke einfach, dass man es nicht jedem recht machen kann. Sicher wird es Leute geben, die unbedingt ein wasserdichtes Handy brauchen, aber die Masse wird das nicht jucken. Mit dem Akku wird der Ottonormaluser über den Tag kommen, dann geht’s eben wieder ans Netz. Die Kamera gehört wohl zu den Besseren… Die Größe ist für meine Begriffe super. Viele lieben das Handy, viele hassen es, andere sind sich unschlüssig. Ich versuche mich jedenfalls unvoreingenommen darauf einzulassen.

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