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Das Ende des #GillyVlog // Ist ein Vlog ohne Vlogger eigentlich ein Vlog?

I kinda miss vlogging. But also I don’t.

2015 hatte ich die tolle Idee ein Vlog zu starten. Das #GillyVlog. Jeden Tag ein Video war der Plan. Das habe ich auch 159 Folgen lang durchgehalten. Dann war plötzlich Schluss. Warum?

Bei Folge 160 kamen irgendwie mehrere Sachen zusammen. Meine heiß geliebte Canon G7X Vlogging-Kamera hatte den Geist aufgegeben. Ich hatte mir als Ersatz eine Sony Alpha 5100 geholt, die ich aber ganz einfach nur gehasst habe. Weil ich an dem Tag, an dem 160 stattfand irgendwie noch nichts gemacht hatte, sind wir irgendwo hingefahren, um Street-Art anzuschauen. Das fand ich aber auch blöd. Und dann stand ich da plötzlich und hatte keine Lust mehr. Es war ganz einfach vorbei. Aus ein paar Tagen „gut, machste halt mal Pause“ wurden Monate und damit war die Nummer dann gestorben.

Einerseits macht es mich nach wie vor ein bisschen traurig, dass es das Vlog nicht mehr gibt, andererseits bin ich auch ziemlich erleichtert.

https://twitter.com/GillyBerlin/status/714711041805041668

In das tägliche Filmen des eigenen Lebens fließt ziemlich viel Arbeit ein. Man muss ständig stehen bleiben. Steht dann da 3-4 Minuten, um den perfekten Schuss hinzubekommen. Teilweise verpasst man auch ziemlich tolle Sachen, weil man sich auf seine Kamera und nicht den Moment konzentrieren muss. Manchmal war da auch große Wut, weil man irgendwas tolles erlebt / gesehen hat, das aber nicht richtig mit der Kamera einfangen konnte. Dann hatte man exakt gar nichts von diesem Moment. Nicht mal die Erinnerung in Video-Form.

Aber das schlimmste? Sich selbst vor die Kamera zu stellen (bzw. die Kamera umzudrehen) und irgendwelche Geschichten zu erzählen. Manchmal 10-20 Mal, weil ich mich ständig versprochen oder verhaspelt habe. Oder weil ich den Dreh unterbrechen musste, weil es mir unangenehm war, wenn mich andere beim Filmen beobachtet haben. Wer meine Vlogs gesehen hat, hat vielleicht bemerkt, dass ich bei den Erzähl-Parts ziemlich oft in Hauseingängen gestanden habe, um mich zu verstecken 😉 – Das wurde auch nach 159 Videos nicht besser.

Das erklärt übrigens auch, warum so viele Leute Videos in ihren Autos machen: Safespace!

Zu guter Letzt war da noch der ganze Aufwand mit dem Videoschnitt. Der Anspruch wurde immer höher, die Übergänge mussten fetzig zur Musik sein, irgendwelche schicken Video-Effekte mussten her… Sitzt man halt Nachts 2 Stunden noch vor dem Rechner und schläfst nur noch 4 Stunden pro Nacht.

Ok, damit wäre dann endlich mal erklärt, warum mit dem #GillyVlog Schluss ist.

An dieser Stelle möchte ich mich wirklich ganz herzlich bei all denjenigen bedanken, die sich meine Vlogs angesehen haben. Ich höre immer mal wieder, dass es einigen Leuten fehlt und das macht mich ein bisschen stolz und glücklich. Danke <3

Ist ein Vlog ohne Vlogger ein Vlog?

Am Freitag hat mein Lieblings-YouTuber CGP Grey überraschend ein Vlog veröffentlicht. Was man über CGP Grey wissen muss: er versucht die Öffentlichkeit zu meiden, wo es nur geht. Er stellt sich selbst als Strichmännchen in seinen Videos dar und es gibt afaik nur 2 oder 3 Fotos von ihm, die im Netz kursieren, die aber mehr oder minder ohne sein Einverständnis die Runde machen, weil die Leute das nicht respektieren können.

Jedenfalls hat er ein Vlog hochgeladen. Jetzt fragt ihr euch sicher: „Hä? Der Typ zeigt sein Gesicht nicht und macht ein Vlog?“ Ja genau. Daher auch meine Frage, ob ein Vlog ohne den Vlogger darin eigentlich ein Vlog ist. Ich fand sein Video jedenfalls extrem unterhaltsam.

Und wisst ihr was dann passiert ist? Ich habe einfach mal wieder meinen Tag gefilmt und ein #KeinVlog gemacht:

Keine Ahnung, ob ich das mal wieder mache. Ich fand es jedenfalls mal wieder ganz spaßig. Findet ihr solche Videos auch ohne Protagonisten vor der Kamera interessant, oder ist das dann eher so „meh“ für euch?

13 Kommentare

  1. Konstantin
    Twitter:

    Das ist genau das Ding an dem jeder der tägliche vlogs macht irgendwann stehen bleibt. Der nächste Tag muss mehr awesome sein als der vorherige – und irgendwann zwingt man sich Dinge zu tun die im Vlog sein müssen und stellt fest dass man sie eigentlich nicht machen würde, wären da nicht diese Videos.
    BlingBling in Vlog geht nur wenn man sich zwingt, und das geht vor allem nicht täglich.
    So ziemlich jeder populär gewordene Youtube-Vlog-Dings-Person ist da schon drüber gestolpert. Daher macht Casey Neistat so 1-2 mal die Woche was – manchmal halt mehr.
    Bei den Leuten denke ich mir dann immer – zeig das was du gut findest, weil du das dann auch vernünftig schneiden und zeigen kannst – alles andere ist Zwang und der ist immer erkennbar.

  2. Wie ich dir schon gesagt hatte: Respekt, dass du das damals überhaupt derart lange durchgezogen hast (zeitlich wie vom Aufwand her, aber auch, dass du überhaupt jeden Tag Zeigenswertes unternommen/gefunden hast)! Kenne den Ablauf der Motivationskurve nur zu gut und fände solche „hin und wieder NichtVlogs“ durchaus gut. 🙂

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